The Rider (USA, 2017)

„Manchmal werden Träume einfach nicht wahr.“ (Brady, Hauptfigur im Film)

Pressestimmen

„Chloé Zhaos Film wird getragen von einer solidarisch-empathischen Hingezogenheit zu Natur und Figuren. Es ist der Blick einer Liebenden, Mitfühlenden, Zugehörigen. Die Wunden und Narben sind die Oberflächenphänomene brüchiger Seelen – an ihnen entlang tastet sich die Kamera ihren Weg hinein ins Denken und Fühlen, in die Trauer, die Sorgen und die Wahrnehmung der Figuren.“ Lukas Stern für filmbulletin Printausgabe 4/2018 am 2.7.2018

Film: „The Rider“, Quelle: Weltkino

„Das Besondere an diesem Film ist seine greifbare atmosphärische Genauigkeit, die detailreiche Annäherung an das Hinterland der USA: Die Geschichte spielt im Süden Dakotas, dem verwaisten Teil des amerikanischen Westens. Wir sehen eine Familie von Abgehängten, Abkömmlinge des sogenannten white trash

Obwohl die Ärzte Brady mitteilen, dass ein weiterer Ritt sein Leben in Gefahr bringen könnte, steigt er immer wieder aufs Pferd und sucht das Risiko, als wäre er von einer Todessehnsucht getrieben. Die Narben nach der Implementierung einer Metallplatte im Kopf sind immer noch nicht verheilt. Doch die Träume sitzen zu tief, sie akzeptieren die Diagnose nicht. Nach und nach ahnt Brady, dass er seine Zukunft völlig neu definieren muss, falls er wieder neuen Lebenssinn schöpfen will.

Es gibt eine fantastische Szene in diesem stillen Film, die das Ringen um diesen Sinn in seiner ganzen Drastik darstellt: Brady bemerkt eines Morgens auf der Farm, dass sein Pferd Apollo eine Verletzung am Bein hat. Er weiß, dass sie so tief ist, so unheilbar schwer, dass ihm nur eine Option übrig bleibt: der Gnadenschuss. Der verhinderte Reiter holt eine Schusswaffe hervor und hantiert mit ihr so unentschlossen herum, dass der Zuschauer nicht genau vorhersehen kann, ob Brady gleich die Waffe dem Pferd oder sich selbst an die Schläfe halten wird. Es ist der Wendepunkt dieses Films. Tier und Mensch blicken sich in die Augen. Der eine wird sterben, der andere muss leben.“ Tomasz Kurianowicz für DIE ZEIT Nr. 25/2018 am 14. 06. 2018

 

Film: "The Rider", Quelle: Weltkino
Film: „The Rider“, Quelle: Weltkino

 

Zhao, lässt eine besondere Nähe zu diesem Ort und seinen Personen entstehen, die quasi ihr eigenes Schicksal nachspielen. The Rider setzt der vorgeblichen Perspektivlosigkeit die Weiten des Lakota-Reservats entgegen. Die trockene Fläche der amerikanischen badlands wird zur Seelenlandschaft des Protagonisten. In den dämmerigen Abend- und Morgenstunden erwächst in Brady eine tiefsitzende Traurigkeit erloschener Hoffnung. Mal ganz in Rot, mal in Blau oder Lila, Farbe wird zum tragenden Element. Die Brüchigkeit der Topografie legt Bradys eigene Verletzlichkeit offen. The Rider zeichnet einen erodierten Körper in der Einöde der Steppe nach.“ Fiona Berg für critic.de am 19.06.2018

 

Film: „The Rider“, Quelle: Weltkino

 

„Chloé Zhao erzählt in ihren Filmen von Cowboys und Indianern, das darf man ruhig wörtlich nehmen. Nur besteht dort keine Grenze mehr zwischen ihnen, auch Brady stammt von den Lakota ab. Die Regisseurin und Autorin zerrt diese historischen Figuren aus der Vergangenheit und aus den Schablonen der Genre-Phantasien. Es mag sein, dass dies auf den ersten und auch auf den zweiten Blick verführerisch authentizitätsbesoffen macht: Endlich sehen wir die Wahrheit!

Richtiger ist wohl: Wir sehen eine andere Wahrheit, die eigene der Protagonisten. Das Navigieren zwischen den Repräsentationsebenen kann auch Chloé Zhao dem Publikum nicht abnehmen, aber sie fügt, was selten genug geschieht, dem Heartland von Amerika eine neue Perspektive hinzu.“  Tim Slagmanfür Spiegel online am 21.06.2018

 

Film: „The Rider“, Quelle: Weltkino
Hier noch ein kurzes Interview (beginnt nach dem Trailer ungefähr ab 2 Minuten mit der Regisseurin und dem Hauptprotagonisten.

„The Rider“ am 23. Oktober um 20:15 im Kino Rosental.