On Body and Soul (Ungarn 2017)

„Ich denke Du bist wunderschön.“ Maria

Warum ist der Film On Body and Soul sehenswert?

Cineclub Präsidentin Fabienne Duelli: „Dieser Film berührte mich mit seiner träumerischen, zarten Liebesgeschichte auf eine subtile Art und stösst bei mir durch den Alltag im Schlachtbetrieb auch immer wieder auf Ablehnung. Auf jeden Fall kein bequemer Film, aber unbedingt sehens- und fühlenswert!“

 

Film: „On Body and Soul“, Quelle: Filmbulletin

Pressestimmen

„Für die Protagonisten setzte die Regisseurin auf unbekannte Namen und machte grossartige Entdeckungen: Die 30-jährige Theater- und TV-Schauspielerin Alexandra Borbély mit ihren Rehaugen ist in ihrem Filmdebüt zu sehen – und der 65-jährige Géza Morcsányi hat hier erstmals überhaupt eine Schauspielrolle inne. Trat Borbély in ihren bisherigen Rollen meist als extrovertierte, erotisch-dynamische Frau auf, verkörpert sie hier die verschlossene, unterkühlte Maria mit autistischen Zügen, die sich den Zugang zum Leben, zu anderen Menschen, aber auch zu den eigenen Emotionen richtiggehend erkämpfen muss. Morcsányi nutzt das Charisma seiner realen Person: Als namhafter Verleger hat er mit den grossen Schriftstellern Ungarns (Imre Kertész, Péter Esterhazy) ­gearbeitet und so die ungarische Literaturszene der letzten Jahrzehnte wesentlich mitgeprägt. Sein Endre ist ein glaubhaft integerer, besonnener Mensch, der von seinen Angestellten nichts weniger als ein «Bedauern» für die zu schlachtenden Tiere erwartet.

Sanft lässt On Body and Soul uns seinen ungewöhnlichen Figuren nahekommen, während die nicht minder ungewöhnliche Geschichte ihren Lauf nimmt – auf ganz unaufgeregte Art und Weise. Und wenn die beiden Hauptfiguren dann tatsächlich zusammenfinden, lässt der Film in uns noch lange über sein Ende hinaus die Schwingungen des Glücks und seiner magischen ­Poesie nachklingen. “ Doris Senn für die Printausgabe 7/2017 des filmbulletin am 5.12.2017

Film: „On Body and Soul“, Quelle: Filmbulletin

Ungarns Filmschaffen sprengt mit Kreativität politische Grenzen.Dabei ist es ein stiller, kleiner Film, eine alltägliche Konstellation: die Geschichte einer langsamen Annäherung zwischen einem (liebes-)müden Buchhalter und einer wie in einer Kapsel lebenden jungen blonden Wissenschafterin. Diese beiden an Körper und Seele Versehrten treffen aufeinander, verfehlen sich, mühen sich, zueinander zu finden, doch immer ist da eine Trennung, eine Glastür, ein Plastikvorhang oder das Sicherheitsglas in der Kantine, immer etwas, das den Blick aufeinander verschwimmen lässt. Und in diesem ganzen Ungefähren und Verfehlten und Unverstandenen droht die Liebe zu scheitern. Doch für das, was die Worte nicht sagen, wird der Zuschauer mit den unglaublichsten Bildern belohnt (Kamera: Máté Herbai). Denn es gibt noch eine zweite Welt, eine bessere, die nur zwei Wesen bewohnen – eine Irrsinnsidee, die unendlich kitschig hätte sein können und stattdessen ganz selbstverständlich daherkommt. Endre und Maria treffen sich jede Nacht im Traum: Ein Wald im Winter, ein See im Schnee, er ist Hirsch, sie Hirschkuh.“ Susanne Ostwald für NZZ online am 29.9.2017

Film: „On Body and Soul“, Quelle: Filmbulletin

„Es ist nicht sehr häufig, dass ein Film aus Ungarn in die hiesigen Kinos kommt, und dann gleich einer, der das Prädikat für den ungewöhnlichsten Film des Jahres verdient. Regisseurin Ildikó Enyedi ist keine Unbekannte, sie wurde 1989 mit «Mein 20. Jahrhundert» in Cannes gefeiert und war in diesem Jahr Jurymitglied in Venedig. «On Body and Soul» war der Geheimtipp der Biennale 2017, gewann den Goldenen Bären für den besten Film und ist ungarischer Kandidat für den Auslands-Oscar.“ NZZ Christina Tilmann für NZZ online am 6.12.2017

Regisseurin Ildiko Enyedi am Filmset. Quelle: Ildiko Enyedi
Regisseurin Ildiko Enyedi war schon aus Berlin abgereist und wieder zuhause in Ungarn, als sie erfuhr, dass ihr Film den goldenen Bären gewonnen hatte. Hier ist das ganze Interview mit ihr direkt nach der Preisübergabe an der Berlinale 2017.

„On Body and Soul“ am 16. Januar um 20:15 im Kino Rosental.