Loveling (Brasilien, 2018)

„Es wird wohl ein Wendepunkt in unserem Leben.“ Klaus (Ehemann von Irene)

Pressestimmen

Kino ist ja eigentlich eine Kunst mit Hang zum Überhöhen, was sich oft auch ausbezahlt und Sinn macht. Hier aber erzählt uns ein Paar eine Geschichte, bei der man mitunter das Gefühl hat, die Familie, um die es geht, sei sich gar nicht bewusst, dass da eine Kamera alles aufzeichnet. Und dabei wissen wir doch, dass alles geschrieben und gespielt ist. Die vierfache Mutter Irene muss damit Leben, dass der älteste Sohn eine verlockende Einladung nach Europa bekommen hat und bald abreisen wird. Sie lebt mit einem Träumer von Mann und einer Schwester, die den ihren zu verlassen versucht. Das alles ist mit Liebe für Details erzählt, lebensnah gespielt, voll von komischen und amüsanten Momenten und von Hoffnung. Ein Film, der irgendwie gut tut, vielleicht eben auch deshalb, weil er uns nichts vormacht.” Walter Ruggle von Trigon Film

film: „loveling“, Quelle: Trigon Film

 

«Loveling» ist ein begeisternder Film auf das Leben, ohne dass dabei die Probleme des Alltags verschwiegen werden. Im Gegenteil: Es wimmelt nur so von Hindernissen auf dem Weg zum Glück. Doch Irene strahlt, von wenigen Momenten der Enttäuschung abgesehen, Zuversicht und weibliche Stärke aus. Vielleicht ist Pizzi hier ein realistisches Märchen gelungen, falls das möglich ist.“ der-andere-Film.ch

 

Film: „loveling“, Quelle: Trigon Film

 

INTERVIEW

Autor und Regisseur Gustavo Pizzi und Co-Autorin und Schauspielerin Karine Teles waren lange verheiratet. Die Film-Zwillinge sind ihre Kinder im realen Leben, der junge Schauspieler Luis ist der Neffe von Karine Teles. Während der Entstehung des Films "Loveling" trennte sich das Ehepaar. Nun sind sie schon seit drei Jahren getrennt, verstehen sich aber bestens und erziehen ihre Kinder gemeinsam. Ihrer Arbeitsbeziehung konnte die private Trennung nichts anhaben, mehrere gemeinsame Projekte sind in Arbeit.
Am Sundance Film Festival über den Film "Loveling" reden sie mit Journalistin Amber Wilkinson. Erschienen ist das Interview im Webmagazin eyeforfilm.co.uk 

Teles:      „Wir wissen viel über Kindererziehung und den Alltag als Familie, über die kleinen Dinge des Elternseins und die ganzen Herausforderungen die einem tagtäglich begegnen.  Natürlich hat das geholfen. Das Drehbuch ist eine Mischung aus dem, was wir bei unseren Müttern beobachtet haben und  wie wir uns wahrscheinlich verhalten werden, wenn unsere Kinder gross werden und gehen“

Pizzi      „Wir haben keine Dialoge für die Kinder geschrieben. Wir haben ihnen nur erzählt was passieren soll. Zum Beispiel in der Szene wo der mittlere Sohn versucht den Jüngeren dazu zu bringen zu essen. Wir haben einem gesagt: „Du kannst nichts essen. Egal was dein Bruder macht, Du kannst es nicht“ und zum Anderen gesagt: „Du musst ihn dazu bringen, dass er etwas isst.“ Der ganze Dialog der daraus entstanden ist wurde von den Kindern erfunden.

Während wir die Dreharbeiten vorbereiteten, haben wir uns möglichst oft getroffen, um eine grosse Familie zu werden. Sogar Luis, der normalerweise im Norden von Brasilien wohnt und bis zu diesem Zeitpunkt nicht viel Zeit mit unseren Kindern verbracht hatte, war oft da. Auch Schauspieler Konstantinos hat oft mit unseren Kindern gespielt. Das hat uns geholfen uns wie eine richtige Familie zu fühlen. „

Teles:     „Wir wollten über die unsichtbaren Frauen reden. Irene ist die Frau der Du auf der Strasse begegnest und sie nicht bemerkst. Sie ist dort, dir ist es egal. Sie ist niemandem wichtig, ausser sich selbst und ihrer Familie. Wir wollten ihre Arbeit loben. Wir wollten die Poesie und die schöne Seite ihres Lebens, die Wichtigkeit ihrer Arbeit hervorheben. Jeder hat oder hatte eine Mutter und deine Beziehung zu deiner Familie macht deine Persönlichkeit aus. Manchmal hast du eine schlechte Beziehung zu deiner Familie und das macht dich zu einem besseren Menschen, machmal hast du eine gute Beziehung zu deiner Familie und es macht dich zu einer besseren Person. Diese unsichtbare Arbeit der unteren Mittelschicht-Familien war sehr wichtig für uns. Im Grunde wollten wir sagen: Es ist egal wenn Du nicht genug Geld hast, wenn dein Haus auseinander bricht, wenn Du keinen Job hast. Wenn Du liebst und die Deinen mit Liebe beschützt, wird am Ende irgendwie alles wieder gut. „

Pizzi: „Ich wollte eine Welt erschaffen die ein bisschen surreal und doch sehr echt ist. Ein abgehobener Ort zu dem man ein Gefühl der Zugehörigkeit hat.“

Film: „loveling“, Quelle: Trigon Film

„loveling“ am 18. September um 20:15 im Kino Rosental.