Like Father, Like Son (Japan, 2013)

Was macht eine Familie aus?

Warum ist der Film Like Father, Like Son sehenswert?

Vorstandsmitglied Jürg Schrag: „Für mich ist die Vaterrolle der beste Job der Welt. Da ich dafür aber keine Ausbildung vorweisen kann, interessiere ich mich grundsätzlich für Produktionen zu diesem Thema. Der Film hat mich nicht enttäuscht, er regt mich zum Denken über meine Rolle als Vater an. Er beleuchtet das Spannungsfeld zwischen reiner Vaterliebe und dem zielgerichteten Fördern seiner Kinder. Der Film provoziert einige wichtige Fragen, die sich jeder Vater stellen sollte:  Welches ist die richtige Mischung zwischen Vaterliebe und dem Fordern von Leistung? Was macht die Liebe zu einem Kind wirklich aus? Mir gefällt es, wie nah und unaufgeregt der japanische Regisseur diese Geschichte erzählt. Dieser ruhige Film hat mich bis am Schluss in seinem Bann gezogen, ich wollte keine einzige Nuance und keine Konversation verpassen.“

Film: Like Father, Like Son“, Quelle: spiegel.de

Pressestimmen

“Steven Spielberg sei als Jury-Präsident des 66. Festival de Cannes so begeistert gewesen von Hirokazu Kore-eda Wettbewerbsbeitrag, dass er sofort die amerikanischen Wiederverfilmungsrechte sichern ließ. Das verwundert nicht, denn zum einen zieht sich die thematische Obsession mit allein gelassenen Kindern und versagenden oder gar nicht erst anwesenden Vätern wie ein roter Faden durch das Oeuvre des erfolgreichsten Filmemachers aller Zeiten, zum anderen ist der zehnte Spielfilm des Regisseurs, der den Faden seines bisherigen Meisterwerks “Nobody Knows” von 2004 aufgreift, ebenso simpel wie gelungen. Er geht zu Herz. Einige Umwege werden gegangen und schwere ebenso wie falsche Entscheidungen getroffen, bis der Film sein versöhnliches Ende findet und sein simples Credo verkündet: Materieller Reichtum allein macht nicht glücklich. Was nun nicht die originellste Botschaft ist, die man sich vorstellen kann, aber gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten, in denen die Schere zwischen Besitzenden und Besitzlosen immer weiter aufklappt, kann so ein beherztes und klares Statement auch nicht schaden. Und so sorgt Hirokazu Kore-eda mit versöhnlichem Blick dafür, dass sich die Schere einen kurzen Moment schließt. Und das fühlt sich gut an, auch weil sich der Film das Glück am Schluss verdient hat.” T.S. für kino.de

Film: Like Father, Like Son“, Quelle: kino.de

„Auch wenn die Totale eine Einstellung ist, die auf Distanz geht, erzeugt sie hier gerade Nähe zu ihren Figuren. Der Film entscheidet sich nicht für eine Perspektive, sondern entwickelt mit präzisem Blick Verständnis für alle Beteiligten.” Anke Leweke am 26. September 2014 für Deutschlandradio Kultur

“Hirokazu Kore-eda ist ein Meister im Betrachten von familiären Situationen und einer, der es wie wenige versteht, mit Kindern zu arbeiten und von Momenten der Kindheit zu erzählen. «Nobody Knows» ist in starker Erinnerung, «Still Walking» auch. Am Festival von Cannes begeisterte «Like Father, Like Son» Publikum und Medien gleichermassen; der Film wurde am Ende mit dem Prix du Jury geehrt und hat inzwischen von San Sebastian bis Vancouver Publikumspreise gewonnen – eine universell gültige Geschichte. «Like Father Like Son» ist eine ebenso unterhaltsame wie nachdenklich stimmende Betrachtung dessen, was Eltern sind und was das Elternsein und die Kindheit ausmacht. Im Kern geht Kore-eda dabei vor allem um die Frage, was denn ein Vater ist und was eigentlich eine Familie. Er erzählt aus der heutigen Welt, mitten in einer Grossstadt, die er soweit zurücknimmt, dass seine Figuren glänzen können und uns ihre Geschichte sinnlich und besinnlich berührt.” Walter Ruggle für trigon-film.org

Film: Like Father, Like Son“, Quelle: kino.de

2 Gedanken zu „Like Father, Like Son (Japan, 2013)“

  1. Manche haben vielleicht bereits den neusten und 10. Spielfilm des Japaners gesehen: „After the Storm“. Oder jenen im Jahr zuvor, „Our Little Sister“. Es gibt im aktuellen japanischen Filmschaffen keinen Regisseur, der so kontinuierlich arbeitet und international derart erfolgreich ist. Alle diese Filme sind feinnervige Familienporträts, ebenso wie „Like Father, Like Son“.

  2. Liebe Leute, … geht unbedingt hin! Auch die neuesten von Andreas erwähnten Werke von Hirokazu Kore-eda „After the Storm“ und „Our Little Sister“ sind umwerfend. Und…. ich habe bei jedem Film geweint und war gerührt und froh und glücklich und und und… es ist das Leben für das zu leben es sich lohnt! Es sich für mich lohnt! Als wir vor vielen Jahren im Cinéclub, übrigens als erstes Kino in der Schweiz den Film Nowbody Knows gezeigt haben, sind viele Mitglieder weinend aus dem Kino gelaufen. Man konnte sich im Vestibul des Kino kaum anschauen, es war soooo traurig!… und wir haben im Vorstand immer wieder diskutiert, sollen wir solche Filme überhaupt zeigen? Ich sage ja! weil ich daran glaube, dass das Noch-Lange-Daran-Denken-Müssen, das Auslösen verschiedenster Emotionen keine Belastung ist, sondern Ein-Sich-Darauf-Einlassen, ein Stellung-Beziehen-zum-Leben bedeutet…. für mich ist das grosses Kino!
    Herzliche Grüsse
    Franziska

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