La Danseuse (Belgien, Frankreich, 2016)

“Ohne mein Kleid bin ich nichts.” Loïe Fuller

Warum ist der Film La Danseuse sehenswert?

Vorstandsmitglied Sybille Falkenbach: „Wegen der stürmischen Intensität!“

Film: „La Danseuse“, Quelle: PROKINO Filmverleih GmbH

Pressestimmen

„Eine schöne Schwere ist dieser Loïe Fuller (gespielt von der Sängerin und Schauspielerin SoKo) zu eigen. Ihre Glieder wirken, als wären sie mühevoll zu heben, ihr Schädel ist groß und das Gesicht ein bisschen grob. Sie passt damit gar nicht schlecht ins Amerika des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Dort treibt sie sich mit ihrem Vater Ruben (Denis Ménochet), einem Fortyniner – jene französischen Pioniere, die zu Zeiten des Goldrausches nach Nevada kamen – in zwielichtigen Spelunken herum, das lange Haar zu einem undefinierbaren Nest verfranzt, der Blick finster. Ein Bauernmädchen, das wenig spricht. Ein Rohdiamant.” Carolin Weidner für Spiegel online am 2.11.2016

“Sie war eine Stilikone der Belle Epoque und Pionierin der Tanz- und Lichtkunst: Marie Louise Fuller, die 1862 in Fullersberg, Illinois, zur Welt kam. Stephanie Di Giustos Spielfilm-Debüt „Die Tänzerin“ setzt ihr ein Denkmal. Im Umfeld ihres Vaters, des Besitzers einer Landwirtschaft und Schenke, lernte Fuller (gespielt von Soko) früh das Vaudeville und Varieté-Theater kennen. Bereits in der Kindheit stachelte sie die Idee eines Künstlerlebens an. Später ging sie mit Buffalo Bill auf Tournee – daher wohl der Einfall der Regisseurin, in die Story mit aufwühlend-heftigen Bildern einer Rodeo-Show einzusteigen. Mancher Tanzenthusiast weiß: Den Skirt Dance, der im Mittleren Westen der USA beliebt ist, entwickelte Fuller auf eigene Art weiter. 

„Die Tänzerin“ zeichnet in atmosphärisch dichten, eindrucksvollen Szenen den Werdegang einer schonungslos eigensinnigen, androgyn-sinnlichen Frau nach, die die Spitze einer salonverliebten, kunst- und theateraffinen Gesellschaft erreichte.

Aus Loïe Fullers überliefertem Lebenslauf hätte man gewiss auch mit etwas mehr Authentizität einen packenden Film destillieren können. So wird die emanzipierte Visionärin Fuller unnötig stark einem amourös-mehrdeutigen Beziehungsgeflecht ausgesetzt, zu dem auch der aristokratische, drogensüchtige, depressive Dandy Louis gehört – eine rein fiktive Figur (die allerdings von Gaspard Ulliel sehr glaubhaft gespielt wird).” Vesna Mlakar für Abendzeitung münchen.de am 03.11.2016

Film: „La Danseuse“, Quelle: PROKINO Filmverleih GmbH
Film: „La Danseuse“, Quelle: PROKINO Filmverleih GmbH

„Stéphanie di Giusto wagte ein ästhetisches Experiment, das mit gängigen Mustern bricht. Doch hätte es noch radikaler sein dürfen. Weg mit der künstlichen Verlängerung des Plots um der Massentauglichkeit willen! Soll die Handlung doch auseinanderstreben! Es geht um die Bilder, die Metaphern! Um die kreative Explosion! Carolin Haentjes für den tagesspiegel.de am 8.11.2016

“Am Ende bleibt vor allem zweierlei in Erinnerung: Zum einen die beiden zentralen Tanzszenen, die ein orgiastischer Rausch aus Farben, Licht und Bewegung sind. Zum anderen die Ausstrahlung der Sängerin und Schauspielerin SoKo. Ihre androgyn-sinnliche Präsenz und die Expressivität, mit der sie Fuller zu neuem Leben erweckt, schüren die Hoffnung, dass man diese Darstellerin demnächst häufiger auf der Leinwand sehen kann. Dass sie das Zeug zu einer beachtlichen Karriere hat, stellt sie in Die Tänzerin mit vollem Körpereinsatz eindrucksvoll unter Beweis.” Joachim Kurz für kino-zeit.de im November 2016

Und hier noch ein Kurzfilm von 1905. In der Hauptrolle: Loïe Fuller.

„La Danseuse“ am 14. März um 20:15 im Kino Rosental.