Carol (Grossbritannien/USA 2015)

Wann entgleitet Dir dein Leben?

Warum ist der Film Carol sehenswert?

Vorstandsmitglied Andreas Stock: „Carol ist der etwas andere Weihnachtsfilm. Ein wahrer Augenschmaus; sinnlich, nostalgisch und von einer betörenden Eleganz, wie die schönste Erinnerung an ein vergangenes Weihnachtsfest.“

Film: „Carol“ Quelle: Wilson Webb / DCM

Pressestimmen

„Die Kamera von Edward Lachmann fängt die Erregung ein, indem sie von den Lippen zu den Händen, den Augen zurück zum Mund, zum Haar, zurück zu den Händen huscht. Die beiden Frauen treiben von einem Hotel zum nächsten, tiefer in ihre Liebe. Wie Carol eine Zigarette anzündet, den Kopf einatmend zurückfallen lässt – es gibt keine Bewegung, die nicht Verlockung wäre. „Bring mich ins Bett!“, sagt Therese endlich, in einer erstaunlichen Verdichtung von Hilflosigkeit und Dominanz. 

Nie wurde die Leidenschaft zweier Frauen füreinander so komplex, so zärtlich und ungeschminkt entfaltet wie hier von Cate Blanchett als Carol und Rooney Mara als Therese unter der Regie von Todd Haynes.“  Susanne Mayer für Die Zeit am 17.12.2015

Film: „Carol“ Quelle: Wilson Webb / DCM

„Ich war mir sehr lange sehr sicher“, sagte die Hauptdarstellerin Cate Blanchett beim SZ-Gespräch in kleiner Runde nach der Uraufführung im Frühling in Cannes, „dass dieser Film es niemals ins Kino schaffen wird““. sueddeutsche.de am 20.12.2015

„Rooney Mara und Cate Blanchett spielen ihre Rollen nicht nur so intensiv, dass man beim Zusehen fast Mitleid empfindet, weil es schlimm gewesen sein muss, sich diese Verlorenheit anzuverwandeln, sondern sie sehen dabei auch unfassbar richtig aus: die erste eine Mischung aus Audrey Hepburn und Greenwich-Village-Bohemiènne, die andere ein erschöpftes Porzellangesicht, in dem bloß die Blicke leben, ob sie nun einen Abstand herstellen oder ihre Beute anlocken.“ Peter Praschl  für welt.de am 17.12.2015

Film: „Carol“ Quelle: Wilson Webb / DCM
Film: „Carol“ Quelle: Wilson Webb / DCM
Der Film Carol basiert auf dem teilweise autobiographischen Buch "Salz und sein Preis" von Patricia Highsmith. Susanne Mayer schreibt für Die Zeit am 17.12.2015:

Die Gesichter zweier Frauen. Ihre Arme und Körper sind verschlungen, die Augen ineinander versunken. Die Liebe von Therese und Carol, einer jungen Verkäuferin und einer New Yorker Society Lady, war ein Skandal, den Patricia Highsmith sich mutig als Zentrum eines Romans erfand, welchen sie 1952 nur anonym zu veröffentlichen wagte und 40 Jahre lang verleugnete. Jetzt, 60 Jahre nach Erscheinen des Buches, kommt die Geschichte als Film in die Kinos und ist eine Sensation.

Der Ursprung dieser Szene ist eine Begegnung der jungen Highsmith mit der Gattin eines Geschäftsmanns, die im Dezember 1948 in die Spielzeugabteilung von Bloomingdales segelte, wo die hochneurotische Patricia jobbte, um ihren Therapeuten bezahlen zu können. Kathleen Wiggins Senn, eine Schönheit aus reichem Haus, Fliegerin, passionierte Golfspielerin, alkoholsüchtig. Patricia Highsmith erscheint sie als eine Gestalt, die von Licht umströmt wird. Coup de foudre! „Mir war sonderbar und schwindelig zumute, und gleichzeitig fühlte ich mich euphorisch“, wird sie festhalten. Mrs E. R. Senn notiert eine Lieferadresse für die gekaufte Puppe – und ist weg.

Highsmith war eine Expertin für komplizierte Beziehungen. Ihre Vorstellung von Liebe, schreibt ihre Biografin Joan Schenkar, sei eine Affäre von wenigen Wochen gewesen, gefolgt von Jahren sehnsüchtiger Fantasien. Die reale Geschichte von Carol hat ein böses Ende genommen. Mrs. E. R. Senn, die nichts davon wusste, dass sie zum Zentrum eines Romans geworden war, nahm sich in der Halloween-Nacht des Jahres 1951 in ihrer Garage das Leben, ein Finale, von dem Highsmith ihrerseits nichts ahnte. „Ich will all meine Zeit, all meine Abende mit ihr verbringen“, hatte Highsmith in ihrem Tagebuch zu ihrer Obsession mit Carol notiert. In ähnlicher Stimmung verlässt man das Kino.

Film: „Carol“ Quelle: Wilson Webb / DCM
Als amuse-bouche zum Schluss ein Interview mit Cate Blanchett (Carol), Rooney Mara (Therese) und dem Regisseur Todd Haynes anlässlich der Premiere des Films Carol in Cannes.

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