Barakah meets Barakah (Saudi-Arabien, 2016)

„Denkst du wie in den Achtzigern?“ Bibi zu Barakah

Warum ist der Film Barakah meets Barakah sehenswert?

Cineclub Präsidentin Fabienne Duelli: „Schöne Menschen, viele Erzählebenen, spannende Momente – das Verlieben ist ja einfach, aber was muss man alles auf sich nehmen um sich schlussendlich zu treffen – unglaublich!“

Film: „Barakah meets Barakah“, Quelle: trigon-film

Pressestimmen

„In hiesigen Bildern über die Länder der arabischen Welt ist das Positive im Regelfall eher abwesend; dass in all diesen Staaten abseits offiziell verlautbarter Spießigkeit ein alltägliches Leben stattfindet, ist hierzulande kaum ein Thema. „Barakah meets Barakah“ lässt sehr gut den Vibe einer islamisch durchregulierten Gesellschaft spüren, in der jegliche Kulturäußerung zwangsläufig Underground ist.

In Saudi-Arabien selbst wird der Film übrigens aus einem recht einfachen Grund nicht in die Kinos kommen: Es gibt keine. Zwar wird über eine Liberalisierung debattiert, doch bislang bleibt wohlhabenden Saudis dafür nur der Wochenendausflug nach Abu Dhabi, wo sich in riesigen Malls das Shopping- mit dem Kinovergnügen verbinden lässt. Großes Kino also aus einem Land, in dem öffentliche Filmvorführungen prinzipiell verboten sind? Dass Regisseur Sabbagh „Barakah meets Barakah“ vollständig in Saudi-Arabien produziert und finanziert hat, zeigt in jedem Fall, dass die lokale Filmszene viel beweglicher und freier ist, als es der offizielle Drang zu kultureller Sanktionierung und Schicklichkeit vermuten lässt.“ Johannes Bluth für Spiegel online am 09.3.2017

Film: „Barakah meets Barakah“, Quelle: trigon-film

„Der Plot von „Barakah Meets Barakah“ klingt erst einmal altbekannt. Er funktioniert nach dem klassischen „Boy meets Girl“-Prinzip der romantischen Komödie. Ein braver Gemeindebeamter trifft eine glamouröse Instagram-Schönheit. Sie verlieben sich, es gibt Hindernisse. Alles klar, denkt man. Althergebrachtes, gewürzt mit Social-Media-Zeitgeist. Um zu verstehen, was für eine Brisanz diese Geschichte hat, muss man wissen, in welchem Land der Boy Barakah (Hisham Fageeh) das Girl Bibi (Fatima Al Banawi) trifft: es ist Saudi-Arabien. Ein Staat, in dem unverheiratete Paare praktisch keine Möglichkeit haben sich zu treffen. In dem Frauen keinen Führerschein machen dürfen und für fast alles, was sie tun wollen, die Unterschrift eines männlichen Vormunds brauchen. Und in dem Kinovorstellungen seit drei Jahrzehnten verboten sind.

Seine leichte, charmante Komik entwickelt „Barakah Meets Barakah“ aber weniger aus der Spannung zwischen Verboten und Freiheitsdrang als aus dem gewaltigen Klassenunterschied, der zwischen den beiden Protagonisten besteht. Während Bibi mit großem Selbstbewusstsein Videoclips über fair gehandelten Kaffee dreht und für das Modelabel ihrer Mutter als Model arbeitet, verteilt Barakah in der brütenden Hitze Strafzettel an Gemüsehändler und Bauherren. Er lebt in einem kleinbürgerlichen Viertel, mit seiner Hipster-Frisur und seinem Interesse an Shakespeare ist er dort ziemlich allein. Der Film des saudischen Journalisten und Regisseurs Mahmoud Sabbagh oszilliert die meiste Zeit über zwischen sanfter Kritik und sympathischem Humor.“ Kathleen Hildebrand für Süddeutsche online am 14. 3. 2017

„Barakah Meets Barakah“ hat nicht den Rückhalt einer bewährten Tradition, wie ihn die entsprechenden amerikanischen Komödien haben, die mit großem Selbstbewusstsein ihren Spaß mit den Sitten treiben können. „Barakah Meets Barakah“ ist eine Ausnahme, ein Film gegen den Umstand, dass es in Saudi-Arabien eigentlich kein Kino gibt. “ Bert Rebhandl für faz online am 9.3.2017

Film: „Barakah meets Barakah“, Quelle: trigon-film
Ab Juni 2018 ist es Frauen in Saudi-Arabien erlaubt Auto zu fahren. Eine Sensation, Saudische Frauen jubeln über den Entscheid. Aktivistinnen protestierten seit 1990 unermüdlich gegen das Fahrverbot und bezahlten einen hohen Preis für ihr Engagement: es drohten Haftstrafen, Jobverlust oder Hetzkampagnen. Der Hauptdarsteller des Film "Barakah meets Barakah",Hisham Fageeh,postete 2013 ein satirisches Youtube-Video gegen das Frauenfahrverbot: "No Woman, no Drive". Das Video wurde in Saudi-Arabien ein viraler Hit und wurde weltweit über 14 Millionen Mal angeklickt.

Film: „Barakah-meets-Barakah“, Quelle: trigon-film

„Barakah meets Barakah“ am 23. Mai um 20:15 im Kino Rosental.